Viola Richter-Jürgens
Das Leben - wie ein Stück Seife*


Willkommen auf meiner Website!


Was war denn schon? ... siehe Rückblick >> 



Was ist:

Zu sehen ist gerade mal nichts, dafür aber von mir zu lesen im neuen TENTAKEL LITERATUR MAGAZIN
LITERATUR AUS OWL 3_2026 ISSN 2191-690X

Der richtige Tod

Die gar (gar nicht so) traurige Geschichte vom Kind, das so gerne die Nummer eins geblieben wäre.

Manchmal saß sie still auf dem zerschlissenen Teppich und schnitt für diese blassen Bakelit-Puppen die kleinen Papierkleider zurecht. Dass das Gefühl Glück war, das wusste sie damals nicht. Es war einfach da sein und aus Bonbonpapier Puppenkleider schneidern. Ihre Mutter war abgelenkt von irgendwas und vergaß, sie kritisch zu beäugen. Ab irgendwann kam Unruhe ins Leben. Der Storch hat die Unruhe gebracht, und die hieß Bruder. Der Bruder war winzig, schrumpelig, rot und bestand aus Schreien und wildem Saugen an der Brust der Mutter. Hatte  s i e  jemals so gierig an der Brust der Mutter saugen dürfen? Sie erinnert sich nicht.

Es gibt nur noch ein Thema, und das heißt Bruder. Der Bruder ist soo süß in aller Augen. Die Schwester ist Luft – wie sehr sie sich um Aufmerksamkeit bemüht. Dabei war doch einmal alles so schön. Als sie Hand in Hand mit Vater und Mutter übers Feld ging. Ja, der Vater war oft weg in Sachen Geschäft und die Mutter war oft wütend, wenn die Tochter nicht so spurte, wie die Mutter wollte. 


Schön war es trotzdem, so Hand in Hand.

Seit die Unruhe mit Namen Bruder eingezogen ist, ist es eben vorbei mit der schönen Ruhe. So wie der Bruder für die Mutter das einzige Thema ist, ist der Bruder für die Schwester das einzige Thema. Wenn es vorher gut war und jetzt ein einziges Leiden, ist es ratsam, das Objekt der Unruhe zu vernichten.

Welche Möglichkeiten gibt es, den Bruder zu vernichten? Ihm Bonbonpapiere in die Nasenlöcher stecken, um ihn zu ersticken, ihn mit einer Stopfnadel tief ins Fleisch stechen, um ihn verbluten zu lassen, ihn vom Wickeltisch stoßen, um ihm den Hals zu brechen. Diese Methoden sind insofern ungeeignet, als schnell offensichtlich würde, wer dem Bruder die eine oder andere tödliche Verletzung zugefügt hat.

So bleibt der richtige Tod  d a s  gedankliche Thema der schwesterlichen Eifersucht.

Du hast mich zu Tode geängstigt!

Das ist ein Satz, den die Mutter ihr neulich entgegen schrie, als sie vom Spielen nicht nach Hause gekommen ist und niemand wusste,
wohin sie verschwunden war. Der Satz war begleitet von einem Schlag ins Gesicht, bewies aber doch, dass die Mutter noch ein Fünkchen Liebe für sie verspürte.

Du hast mich zu Tode geängstigt. Ein guter, stiller Tod.

Von da an schleicht die Schwester sich jeden dunklen Abend zum Bett des schlafenden Bruders und erzählt ihm Geschichten – von allen Grausamkeiten, die ihr Kind-Gehirn zu bieten hat, und das sind sehr viele. Die flüstert sie in sein kleines Ohr, in der Hoffnung, ihn zu Tode zu ängstigen. So lange flüstert sie, bis sie ganz kalt ist und todmüde, und er immer noch atmet.

Eines nachts schlägt er in der Dunkelheit die Augen auf und lächelt sie an. Da huscht sie endlich zurück in ihr warmes Bett.



https://soziales-trifft-kunst.de

H-TEAM e.V.
"... ist ein gemeinnütziger und mildtätiger Verein, der seit 1990 ausschließlich in München tätig ist. Unsere Zielgruppe sind Menschen am Rande unserer Gesellschaft. Sie leben in komplizierten und chaotischen Wohnverhältnissen, sind krank, arm und meistens vollkommen isoliert.
Mit unserem Netz aus diversen Hilfsangeboten versuchen wir Hilfesuchende aufzufangen."

H-Team e. V. hat auch 2025 wieder einen Kunstwettbewerb durchgeführt. Diesmal zum Thema „Ehrenamt“.
Es konnten Comic - oder Filmbeiträge eingereicht werden.

Hier die, die gewonnen haben (s. a. Nr. 15 :))



Wer noch mehr wissen will, was gerade ist,
möge sich auf Alltag 2 begeben,
wo sich eine kleine Auswahl des aktuell Bösen und des aktuell Guten begegnen ...



Was kommt:

27.2.-24.4.27 Gruppenausstellung "Die Kunst der Stunde" in der Galerie Serpil Neuhaus, Gütersloh

Juli - Mitte August 2027 Gruppenausstellung "WIR" (Titel folgt :-) im Rathaus Steinhagen


Was bleibt:

Der Film:
"So schaffe ich Frieden"

Gemeinschaftsausstellung im Kloster Wiedenbrück (17.9.23 bis 19.11.23)
32 Künstler*innen aus zwölf Ländern gaben mit ihren Werken und Worten
Antworten auf sieben Fragen zum Thema Frieden.
Der Link zum Film "So schaffe ich Frieden"

Mehr lesen über "Weltreise durch Wohnzimmer"
 ... und die sieben Fragen ...
https://weltreisedurch.de


Mein Gedicht "Ein Traum"
1978 | Beltz & Gelberg | Das achte Weltwunder – Fünftes Jahrbuch der Kinderliteratur
Seitdem 14 Veröffentlichungen in deutschen Schul-/Kinder-Büchern
2023 | Veritas Verlag, Linz | Schulbuch Sprachlichter | Übersetzung ins Vorarlbergische



Mehr Aktuelles gibt's auf Alltagsseite 1  ...
... und Alltagsseite 2

 

Egal, was kommen mag - Zeichnen und Schreiben bleiben ...

 

 ... und ein Gang durch meine virtuelle Ausstellung mit einigen Worten zu meiner Person


 Bild/Illustration 

Wie es begann

In der Küche brennt schwach die Gaslampe, so schwach, als brennte sie gar nicht. Das schon macht einen Teil ihres Zaubers aus. Und wie ich so rumsitze in dieser Küche und sie genieße, fragt Frau Rusch mich Vierjährige, ob ich malen möchte. Ja, ich möchte. Sie öffnet die Schublade unter der Tischplatte und zieht weißes Einwickelpapier hervor von Waren, die sie gekauft, hier ausgepackt, das Papier wieder glattgestrichen, zweimal zusammengelegt und in der Schublade übereinander gelegt hat. Ich kann mich nicht satt hören am dunklen Knistern von diesem Papier. Es gibt einen Stift, aber der genügt mir. 

Ich erinnere mich nicht an das, was ich gemalt habe, ich erinnere mich wohl an das Gefühl. Flow ist der rote Faden, der sich durch meine Kunstgeschichte zieht. Alles vergessen im Zeichnen, denn das allein ist meins. 

Objekt/Installation

Mehr als ein Blatt Papier 

Manche Objekte werden geschaffen, um sie am Ende zu zerstören. Das kann sehr schmerzhaft sein, aber auch befreiend.

Mein erstes Objekt war ein riesengroßer Karton, eingerichtet als Zimmer, anlässlich der ersten "Originale" in der Universität Bielefeld. 

Immer noch wertvoll ist mir mein "Parcours der Vergänglichkeit", den ich an die 10 x entweder mit allen oder mit einzelnen Stelen, auch als Ergänzung zu Tagungen und Fachgesprächen gezeigt habe. Das Großartigste war die Ausstellung in der Altstädter Nicolaikirche mit einem Themengottes- dienst zur Vergänglichkeit.  

Es berührt mich, wenn die Menschen zwischen den Stelen wandeln, lesen, still sind, sich erinnern und Kinder dazwischen herumspringen.

Text/Textbild

Schreiben!

Geschrieben habe ich zuerst in ein rotes Tagebuch mit goldenem Schloss und Schlüssel - ein Geschenk meiner Großmutter. Seitdem habe ich Kladde um Kladde gefüllt. Als genug Tagebuch war, habe ich freie Texte geschrieben. Deren Eigenart ist: man riskiert, dass auch andere Leut' sie lesen, folglich erhöht sich der persönliche Anspruch. 

Schreiben ist wie Zeichnen. Etwas rumort im Kopf. Mal schreibe ich einen Text zu einem Bild, mal zeichne ich ein Bild zu einem Text, mal schreibe ich nur einen Text, mal gesellt sich viel später Text zu einem Bild und umgekehrt. 

Notiz vom 11.8.19: In der Waschküche mit Frau K. Sage ihr, dass ich manchmal am Sinn meiner Arbeit zweifle. Sie erzählt, wie ihr mein Bild "Als ich schreiben lernte" über Monate nicht aus dem Kopf gegangen ist, bis sie es endlich gekauft hat. "Da haben Sie Ihren Sinn!"


Resümee

Meine Themen: Frauen, Biografie-Arbeit, Erinnern, Vergessen. Mitten im Leben stehen und der Vergänglichkeit begegnen. Das Leben meistern trotz oder wegen aller Widerstände – nach bestem Vermögen. Wissen wollen, was hinter der Tür ist. Im Märchen steht das unter Strafe. Ich möchte wissen, was hinter der Tür ist, entdecke die hellen Seiten, aber auch Alter, Endlichkeit. Ich möchte mit meinen Bildern den Menschen die Gelegenheit geben zu entdecken, was hinter i h r e r Tür ist.
Nicht so viel erklären, sondern selbst herausfinden lassen, denn meine Tür ist nicht deine.

 War ich nicht gestern erst fünf – ich sehe doch die kleine Blechpumpe vor mir, mit der ich das Wasser unermüdlich aus dem kleinen Bottich in den kleinen Eimer pumpe. War ich nicht gestern erst sieben und kratzte den Schorf von meinen schwarzen Knien? Gäbe es keine Spiegel, ich würde mich gerne täuschen lassen, wäre ewig jung in meinem kurzen roten Kleid mit den weißen Tupfen, den weißen Kniestrümpfen, die immer rutschten und den Sandbergen, die drinnen ganz kühl waren, wenn ich tief genug grub.

 

Auf den folgenden Seiten sehen Sie eine Auswahl meiner Arbeiten (die mit x versehenen sind verkauft).

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